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[infowar.de] Debka.com: Eine Web-Seite für Spione



Infowar.de, http://userpage.fu-berlin.de/~bendrath/liste.html
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gruesse, ew
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http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoAr=
t!20
0104,201200,525364/SH/0/depot/0/index.html


HANDELSBLATT, Montag, 06. Mai 2002


Debka.com: Eine Web-Seite f=FCr Spione

Das israelische Online-Angebot Debka liegt im Trend: Mit exklusiven - =
und
zuweilen falschen - Infos =FCber den Terror gewinnt es mehr und mehr =
Nutzer.


Wollten Sie schon immer mehr wissen als die klassischen Medien? =
Schnuppern
am Geheimnis der wahren Geschichten hinter den t=E4glichen Schnipseln =
der
Tagesschau? Eine Internet-Seite aus Israel macht's m=F6glich, oder =
behauptet
das zumindest. Fakt ist: Das Web-Angebot mit Namen Debka hat sich in
j=FCngster Zeit einen Ruf als Nachrichtenseite der besonderen Art =
verschafft.
Regelrechte Ber=FChmtheit erreichte die Seite nach den Angriffen vom =
September
in New York und Washington. Wegen ihrer Berichte zu Terror, =
Geheimdiensten
und Milit=E4r k=FCrte sie das renommierte US-Magazin "Forbes" im =
Dezember zur
"besten Seite des Internets". Aktuell heimste das Angebot eine =
Nominierung
f=FCr einen der Web-Oscars "Webby" ein, die im Juni in den USA vergeben
werden.

"Der gr=F6=DFte Teil der Informationen geht auf anonyme Hinweise =
zur=FCck", meint
Chefredakteur Giora Shamis. Gemeinsam mit seiner Frau Diane Sahlem =
betreibt
er die Seite. Ihr Anspruch: Nachrichten f=FCr Leute zu liefern, die =
mehr als
die offiziellen Versionen =FCber Dinge wissen wollen, die in =
Krisenregionen
geschehen.=20

Wer nach der Seri=F6sit=E4t fragt, erh=E4lt den Hinweis auf Erfolge der
Vergangenheit. Shamis: "Wir haben schon lange vor dem 11. September vor =
der
Gefahr durch Osama Bin Laden gewarnt." Auch exklusive Meldungen f=FChrt =
er ins
Feld: So habe das Debka-Team weltweit als erstes berichtet, dass Bush =
und
Putin gegen den Terror zusammenarbeiten wollen. Bin Ladens geheime =
Verstecke
in den Bergen seien ebenso exklusiv beschrieben worden wie eine geheime
Vereinbarung von Milit=E4rs aus Syrien und Irak =FCber den Bau einer =
=D6lpipeline.
Debka habe auch die Story gebracht, dass Milit=E4rs Verstecke der =
Terroristen
aufgesp=FCrt hatten - einige Tage, bevor US-Medien dies berichteten.=20

Der gro=DFe Haken bleibt freilich, dass die Quellen in der Regel nicht =
genannt
sind. Und selbst wenn, bleibt eine Verifizierung quasi ausgeschlossen.
"Debka ist ein extremes Propagandainstrument", schimpfen denn auch =
Experten
wie Georg Sch=F6fb=E4nker, Leiter der =F6sterreichischen =
Informationsstelle f=FCr
Sicherheitspolitik. Nicht selten seien die Grundlagen der Analysen =
erfunden
und viele Nachrichten reiner Unsinn. Etwa freut sich Shamis, dass die
Nachricht, Moslems aus China w=FCrden Seite an Seite mit Bin Laden =
k=E4mpfen und
15 seien im Oktober gestorben, zuerst bei Debka publiziert worden war. =
Das
stimmt offenbar - aber Shamis sagt nicht, dass Debka auch berichtet =
hatte,
staatsnahe chinesische Truppen w=FCrden mitk=E4mpfen - "und das war mit
Sicherheit nicht so", erl=E4utert Sch=F6fb=E4nker. "Es widerspricht =
aller
Realpolitik."=20

Bei Debka geh=F6rt demnach auch das Spekulieren zum Konzept. "Wir =
beginnen, wo
Medien aufh=F6ren", steht als Motto auf der =E4u=DFerlich eher =
amateurhaft
gestalteten Seite. Offenbar gilt das nicht zuletzt f=FCr fragw=FCrdige =
Quellen
und fehlende Verifizierbarkeit, bei denen andere Medien die =
Informationen
lieber im Papierkorb entsorgen.=20

Viele Surfer hindert der Ger=FCchtecharakter aber nicht, die Seite zu =
nutzen.
"Gerade in Zeiten von Krieg und Unsicherheiten, wie wir sie heute =
haben,
hilft Debka, Licht in manche Situationen zu bringen", lobt etwa David =
Evgey,
Pr=E4sident von Adrenanail, einem US-Dienstleister f=FCr =
Firmenkommunikation.
"Manche mysteri=F6se Entscheidung, die die Wirtschaft global =
beeinflussen
k=F6nnte, wird durch Informationen von Debka einleuchtender."=20

In Deutschland ist die Seite derweil nahezu unbekannt. Die Besucher =
kommen
zu 62 % aus den USA und zu 30 % aus Israel. Gerne betont Shamis jedoch, =
dass
auch Angeh=F6rige von Botschaften in Europa sich =FCber Debka =
informieren -
Diplomaten best=E4tigen dies. Und sie sind nicht alleine: Debka kommt
inzwischen nach eigenen Angaben auf 4 Millionen Besucher im Monat, ein =
Plus
von 60 % binnen sechs Monaten.=20

Das freut Shamis als Journalisten und Gesch=E4ftsmann: Denn seine =
Erl=F6se
basieren auf Abo-E-Mails mit seinen Berichten. Ein weiterer Teil der
Einnahmen kommt aus Analysen und Prognosen f=FCr Banken und
Versicherungskonzerne, =D6l- und Sicherheitsfirmen. "Wir haben 16 =
Industrie-
und =D6l- Unternehmen als Kunden. Drei davon geh=F6ren zu den =
gr=F6=DFten in den
USA".=20

Burkhard Ewert und Vardina Hilloo, Handelsblatt
=20

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