Suche innerhalb des Archivs / Search the Archive All words Any words

[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]

[infowar.de] heise online: Krieg spielen, aber richtig



Infowar.de, http://userpage.fu-berlin.de/~bendrath/liste.html
-------------------------------------------------------------
Diese Meldung aus dem heise online Newsticker wurde Ihnen
von Jo Schaefers <listen -!
- fx3 -
 de> gesandt.
--------------------------------------------------------------------
Krieg spielen, aber richtig

Die U.S.-Armee hat das Institute for Creative Technologies (ICT)[1] mit der
Entwicklung zweier Trainingssimulationen beauftragt, die gleichzeitig auch
als Video- und Computerspiele vertrieben werden sollen. Der Taktik-Shooter
"C-Force" wird in Zusammenarbeit mit Future Combat Systems (FCS)[2] für die
Konsolen Playstation 2, Gamecube und Xbox entwickelt und soll in etwa zwei
Jahren auf den Markt kommen. Der Spieler steuert eine Spezialeinheit von
neun Soldaten, die Terroristen in einem Gebäudekomplex bekämpfen,
Rettungskräfte beschützen oder eine US-Botschaft vor einem tobenden Mob
verteidigen. Dies seien laut FCS die Aufgaben, die auf die Armee in den
nächsten 15 bis 20 Jahren zukommen.

Für den PC entwickelt das ICT gemeinsam mit Quicksilver Software[3] das
Echtzeitstrategiespiel "CS XII", in dem der Spieler Hunderte von Einheiten
steuern soll. "CS XII" soll bereits Ende nächsten Jahres erscheinen und
dann auch von der U.S. Army Simulation, Training & Instrumentation Command
STRICOM[4] eingesetzt werden. Laut Dr. Michael Macedonia von STRICOM sei
das Ziel der Trainingssimulatoren, "Führer auszubilden, die komplexe
Probleme sowohl auf der emotionalen, sozialen und politischen Ebene schnell
verarbeiten können." 

Die Spieler sollen so spielend lernen, auf was es auf den Schlachtfeldern
des 21. Jahrhunderts ankommt. "Während diese Produkte einzigartige
Trainingshilfen für potenzielle Generäle und Gruppenführer bieten, können
sie auch Videospielern überall beibringen, mit Menschenmaterial und
Informationen umzugehen ? diese Fertigkeiten werden ihnen im späteren Beruf
enorm helfen", so Richard Lindheim, Executive Director von ICT. Nach diesen
Worten soll sich militärisches Denken also auch in der zivilen Gesellschaft
verankern. Das Militär nutzt diese Videospiele als Vorabtraining für
spätere Rekruten und gleichzeitig als Werbung. Die doppelte Verwertung als
Trainingssimulator und Videospiel spart dabei enorme Entwicklungskosten.
Der Spieler unterstützt so direkt mit dem Kauf eines Computerspiels die
Rüstungsindustrie.

Bereits im Jahre 1999 hat STRICOM 44,3 Millionen US-Dollar in das ICT,
einer Entwicklungsabteilung der University of Southern California,
investiert, um militärische Simulationen so spannend zu gestalten wie
Hollywood-Filme oder Computerspiele. Zu den führenden Kräften des ICT
gehören unter anderem der Film-Autor John Milius ("Apocalypse Now", "Conan,
der Barbar", "Das Kartell") und Regisseur Randal Kleiser ("Grease",
"Schatten eines Zweifels"). Produziert werden die Spiele "C-Force" und
"CS-XII" von Rob Sears, der bereits für die Titel "Mech Commander" und
"Mech Warrior 3" verantwortlich war. Sie sollen sich kaum von den
Trainingsversionen für das U.S.-Militär unterscheiden. Lediglich die
Explosionen sollen größer werden, da die trockene Darstellung der
Militärsimulationen wohl etwas dröge für das Wohnzimmer sei. (hag[5]/c't)

URL dieses Artikels:
 http://www.heise.de/newsticker/data/hag-30.10.01-000/

Links in diesem Artikel:
 [1] http://www.ict.usc.edu
 [2] http://www.futurecombat.net/
 [3] http://www.quicksilver.com/games.html
 [4] http://www.stricom.army.mil/
 [5] mailto:hag -!
- ct -
 heise -
 de

--------------------------------------------------------------------
Copyright 2001 by Verlag Heinz Heise

---------------------------------------------------------------
Liste verlassen: 
Mail an infowar -
 de-request -!
- infopeace -
 de mit "unsubscribe" im Text.