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[infowar.de] US-Regierung und Pentagon wollen Informationsfluss verbessern und beschleunigen



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http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/te/12852/1.html  

Informationen in Echtzeit
 
Dirk Eckert   08.07.2002 
 
US-Regierung und Pentagon wollen Informationsfluss verbessern und 
beschleunigen 
 
 Im "Krieg gegen den Terror" haben die USA Informationen und ihre 
Nutzung als kritisches Moment entdeckt. "Eine der Lektionen des 11. 
September ist, dass Informationen ungenügend ausgetauscht wurden unter 
den Bundes-, Einzelstaats- und lokalen Behörden", [1]befand Steve 
Aftergood von der Federation of American Scientists ( [2]FAS. 
 
 Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das Repräsentantenhaus am 26. Juni 
den [3]Homeland Security Information Sharing Act verabschiedet, der es 
Bundesbehörden erlaubt, klassifizierte Informationen an 
Regierungspersonal, vom Gouverneur bis zum Bürgermeister, 
weiterzugeben. Das Gesetz muss allerdings noch durch den Senat. "Wir 
sind in diesem Land sehr erfolgreich, geheime Informationen zu sammeln, 
aber nicht darin, diese Informationen zu teilen", sagte der 
Republikaner Saxby Chambliss, einer der Autoren des [4]Gesetzes. 
 
 Generalstaatsanwalt John Ashcroft sieht das ähnlich. "Information ist 
die Freundin der Prävention", gab Ashcroft als [5]Motto aus. Auf seine 
Anweisung hin sollen jetzt Verfahren entwickelt werden, wie die oft 
miteinander konkurrierenden Behörden auf Informationen über 
terroristische Aktivitäten gemeinsam zurückgreifen bzw. wichtige 
Informationen weitergeben können. 
 
 Ein besonderes Problem bei der Verbreitung von Informationen stellen 
die Streitkräfte dar. Diese brauchen einerseits für die Kriegführung 
grundsätzlich möglichst viele Informationen. Andererseits konkurrieren 
auch hier die verschiedenen Teilstreitkräfte miteinander und zusätzlich 
mit den Geheimdiensten. Die Sorge von Jim Saxton (Republikaner), dass 
das Militär mit den Geheimdiensten, namentlich dem CIA, nicht genügend 
Informationen austauscht, erwies sich bei einer Anhörung des "Special 
Oversight Panel on Terrorism" des Repräsentantenhauses am 28. Juni in 
Washington als [6]nicht unbegründet. 
 
 So sagte Joseph Krol Jr. (Navy) vor dem Panel aus, die Navy erhalte 
zwar Informationen, die von Geheimdienstmitarbeitern gesammelt wurde. 
Aber oft sei deren Quelle völlig unklar, was die Navy daran hindere, 
die Informationen schnell in die eigenen Operationspläne einzuarbeiten. 
Seiner Meinung nach müssten Informationen besser unter den 
verschiedenen Akteuren verteilt werden. Das gilt auch für die 
Verbündeten im Krieg. Die Zusammenarbeit mit ihnen funktioniere zwar, 
müsse aber ebenfalls besser werden. 
 
 Emil Bedard, ebenfalls ein Marine-Offizier, gab an, dass die 
Verteilung von Aufklärungsergebnissen in Echtzeit sich während des 
Afghanistan-Einsatzes verbessert habe. Ein Marine-Kommandeur in 
Afghanistan habe komplette Einsatzpläne aus den USA in weniger als vier 
Stunden erhalten. Mit unbemannten Flugzeugen vom Typ Predator könnten 
schnell und erfolgreich Beobachtungen durchgeführt werden. Die 
Aufklärungsergebnisse liegen den Truppen vor Ort aber noch nicht "in 
Echtzeit" vor. 
 
 Im Afghanistan-Einsatz setzte das US-Militär erstmals eine 
[7]Web-Datenbank ein. Über eine geheime und gesicherte Website wurden 
Befehle weitergeleitet, neue Meldungen waren abrufbar, genau so wie 
Karten und Frontverläufe. Näheres ist über das System noch nicht 
bekannt, etwa ob die Soldaten die aktuellen Meldungen wirklich völlig 
ungefiltert bekommen oder ob Meldungen, die die Moral der Truppe 
untergraben könnten, aussortiert werden. 
 
 Die Nutzung des Internet birgt aber auch Risiken. Das Netz muss mit 
Firewalls gesichert werden, was bisher angeblich gut gelang. Um 
etwaigem Datenverlust vorzubeugen, bedarf es zudem Sicherheitskopien. 
Deshalb hat das Militär am 29. Mai 50 Mio. Dollar [8]zugesagt, um 
Backup-Seiten des "Army Knowledge Online"-Portals zu erstellen, das 
momentan nur Chatrooms, Email-Dienste und Fernkurse anbietet, aber 
ausgebaut und für die meisten internen Angelegenheiten benutzt werden 
soll. Die Militär-Techniker hatten 100 Mio. Dollar beantragt. 
 
 Links 
 
 [1] http://www.fcw.com/fcw/articles/2002/0415/news-doj-04-15-02.asp
 [2] http://www.fas.org
 [3] http://www.house.gov/harman/terrorism/infosharing.html
 [4] http://www.fcw.com/fcw/articles/2002/0624/web-info-06-27-02.asp
 [5] http://www.fcw.com/fcw/articles/2002/0415/news-doj-04-15-02.asp
 [6] http://www.fcw.com/fcw/articles/2002/0701/web-navy-07-01-02.asp
 [7] http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=926&item=192008
 [8] http://www.fcw.com/fcw/articles/2002/0603/web-ako-06-03-02.asp

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