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Infowar.de, http://userpage.fu-berlin.de/~bendrath/liste.html
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Vergangene Woche hat der US-Kommandeur der Bodentruppen im Irak-Krieg, 
William Wallace, öffentlich eingeräumt, dass die USA ihren Gegner 
militärisch unterschätzt haben. Grund dafür seien vor allem die 
paramilitärischen Kräfte, die den amerikanischen Truppen mit 
Guerillataktik entgegentreten.

"Der Gegner, den wir bekämpfen, unterscheidet sich von dem, den wir in 
unseren Kriegsspielen hatten", klagte Wallace.

Tatsächlich haben jedoch bereits in den vorangegangenen militärischen 
Truppenübungen am Computer [Millennium Challenge 02] Angriffe von 
Milizen eine entscheidende Rolle gespielt.

Die damaligen virtuellen Anschläge wurden vom Pentagon jedoch als 
"nicht vorschriftsmäßig" deklariert und einfach rückgängig gemacht.

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Die "Millennium Challenge"
Die dreiwöchige Kriegssimulation, die "Millennium Challenge 02" [MC02], 
fand von 24. Juli bis 15. August 2002 statt. 13.500 Soldaten der Army, 
Navy, Air Force und Marines nahmen an den 17 Kriegsmanövern am PC und 
neun "realen" Truppenübungen teil. Das Szenario stellte einen Krieg in 
einem fiktiven "Land X" am Persischen Golf nach.
http://www.jfcom.mil/about/experiments/mc02.htm
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Selbstmordattentate simuliert
Im Rahmen des 250 Millionen USD teuren Experiments kämpften zwei Teams, 
die "red force" [die Bösen] und die "blue force" [die US-Truppen], 
gegeneinander. Die Roten wurden dabei vom inzwischen pensionierten 
Drei-Sterne-Marinegeneral Paul van Riper befehligt.

Van Riper gelang es, die sensiblen Abhöranlagen der technisch 
überlegenen blauen Truppen mit einfachen Low-Tech-Taktiken wie dem 
Einsatz von Motorradboten zur Übermittlung von Befehlen auszutricksen. 

Die feindlichen Roten schafften es sogar, einige Schiffe der US-Flotte 
zu versenken, durch Selbstmordattentate mit Schnellbooten.

An dieser Stelle wurde das Manöver schließlich abgebrochen.

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Operation "Internal Look"
Im Dezember 2002 haben die USA einen weiteren "virtuellen Irak-Krieg" 
absolviert, die groß angelegte "Internal Look"-Kommunikationsübung. 
Dabei haben rund 1.000 US-Soldaten und 400 Briten unter der Leitung von 
General Tommy Franks, der auch für den Afghanistan-Feldzug zuständig 
ist, den Krieg gegen den Irak auf der Kommando- und Kommunikationsebene 
komplett durchgespielt.
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=138743
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Abbruch und Neustart
Mit der Begründung, die taktischen Züge von Viper wären 
"unvorschriftsmäßig", wurden die Angriffe für ungültig erklärt, die 
blaue Flotte wieder vervollständigt und das Spiel ohne Verluste 
fortgeführt.

"Der Ablauf des Krieges war so angelegt, dass die Blauen als Sieger 
hervorgehen", schäumte Van Riper. "Ich durfte meine eigenen Ideen und 
Taktiken einfach nicht anwenden. Manchmal mussten wir [die Roten] sogar 
unseren Standort bekannt geben."

Da ihm die Hände derart gebunden wurden, zog sich der General und 
passionierte "Böse" schließlich frustriert aus dem Projekt zurück.

Seine Warnung, die "Millennium Challenge" nicht als Vorlage für im 
Krieg funktionierende Taktiken zu nehmen, fand im Pentagon wohl genauso 
wenig Zuspruch wie seine Taktiken.


Diese Story finden Sie online unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=152788


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(c) 2003 ORF ON FutureZone
http://futurezone.orf.at

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