[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]
[infowar.de] SMS gegen die Taliban
Die erste Meldung kam von der Sun (!):
<http://www.thesun.co.uk/article/0,,2-2006570257,00.html>
<http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,454104,00.html>
13. Dezember 2006
PSYCHOLOGISCHE KRIEGSFÜHRUNG
SMS gegen die Taliban
Handys sind überall im Einsatz - auch in Kriegsgebieten, und dort auch als
Propagandainstrumente. Britische Einheiten in Afghanistan versuchen jetzt
nach Medienberichten sogar, die Moral der Taliban mit SMS-Botschaften zu
untergraben.
Einheiten für psychologische Kriegsführung in Armeen rund um den Globus
setzen derzeit auf die Wirkung von Textnachrichten, die in 160 Zeichen die
eigene Propaganda direkt auf die Handy-Displays ihrer Gegner bringen.
Dahinter steckt offensichtlich die Hoffnung, dass "Personalisierung" nicht
nur ein angesagtes Marketing-Stichwort ist, sondern Handys auch noch in
der extremen Situation einer kriegerischen Auseinandersetzung den Nimbus
der individuellen Kommunikation besitzen.
Die "persönlichen" SMS-Nachrichten sind in dieser Logik natürlich dem
klassischen Medium der psychologischen Kriegsführung, den Flugblättern,
deutlich überlegen, die Militärs folgen damit einem allgemeinen
Werbe-Trend, der verspricht, Streuverluste zu minimieren.
Die "15 (UK) Psychological Operations Group" der britischen Armee setzt
nach Presseberichten jetzt sogar in Afghanistan auf Propaganda-SMS, um die
Moral der Glaubenskrieger zu untergraben und die Koordination der
Taliban-Einheiten per Mobiltelefon zu stören.
Dazu werden zunächst die Handy-Nummern der Taliban ausfindig gemacht,
anschließend der Situation angepasste SMS versendet: Vom einfachen "Wir
wissen, wer du bist, gib auf!" bis hin zu gezielten Fehlinfomationen, die
vermeintlich von Handys anderer Taliban stammen. Entgegen des gängigen
Klischees sind die Taliban übrigens durchaus in weiten Teilen des Landes
per Handy zu erreichen: Die zwei Mobilfunknetze decken derzeit etwa 70
Prozent des Landes ab.
Taliban werden "geblitzt"
Nach Aussagen der britischen Armee haben sich die "SMS-Attacken" bislang
auch bewährt, in der Provinz Helmand sollen die Zahl der Angriffe seit dem
Beginn der Propaganda-Offensive am Handy spürbar zurückgegangen sein. Das
britische Boulevard-Blatt "The Sun" verklärt die angeblichen Erfolge der
Handy-Propaganda bereits zu "einer verheerenden neuen Waffe" und titelt
"Blitzed by text message" - wobei sich "blitzed" vom deutschen Wort
"Blitzkrieg" ableitet.
SMS als Propaganda-Medium im Krieg machten diesen Sommer im Zuge des
Libanon-Konfliktes zum ersten Mal Schlagzeilen. Israel setzte dabei auch
automatisierte Anrufe mit Tonbandansagen ein. Kurze Zeit später berichtete
die Nachrichtenagentur Reuters, dass auch die russische Armee auf SMS
setzt, um Separatisten in der Republik Inguschetien "einen fairen Prozess"
anzubieten, wenn sie freiwillig ihre Waffen niederlegen sollten.
Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler
---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: infowar -
de-unsubscribe -!
- infopeace -
de
For additional commands, e-mail: infowar -
de-help -!
- infopeace -
de