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[infowar.de] BKA-Chef fordert Vorratsdatenspeicherung, Angriff auf Kryptographie und Anonymisierungsdienste



http://de.internet.com/index.php?id=2035608

BKA-Chef fordert Vorratsdatenspeicherung, Angriff auf Kryptographie und 
Anonymisierungsdienste
Ziercke holt zum Rundumschlag aus


Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hat einen 
massiven Ausbau der staatlichen Überwachungsmöglichkeiten im Internet 
gefordert. So sei ein Ausbau der Vorratsdatenspeicherung erforderlich, 
sowie ein Gegenangriff auf Kryptographie und Steganographie. 
Anonymisierungsdienste sollten mit Hintertüren ausgestattet werden, 
forderte Ziercke laut Redemanuskript gestern auf dem 9. Deutschen IT- 
Sicherheitskongress des Bundesamtes für Sicherheit in der 
Informationstechnik (BSI) in Bonn. 

Die polizeiliche Praxis zeige: Verdachtsmomente werden häufig erst mit 
zeitlicher Verzögerung bekannt oder ermittelt. "Bei Providern gespeicherte 
Daten sind dann oftmals der einzig Erfolg versprechende Ansatz zur 
Täterermittlung bei schwersten Straftaten", so Ziercke. Die Verkehrsdaten 
sollen nicht bei Polizei vorgehalten werden, sondern beim Betreiber, wo 
sie auch anfielen. Ziercke: "Es geht nicht um die Speicherung von 
Inhalten, sondern um ohnehin bei den Betreibern anfallende Verkehrsdaten - 
teilweise von Unternehmen und Verbänden aufgezeigte "Horrorszenarien" zum 
angeblichen Speicherumfang gehen daher völlig an der Realität vorbei." 

Handlungsbedarf sieht der BKA-Chef auch im Bereich Kryptographie und 
Steganographie. Hier seien nicht näher bezeichnete "Ausgleichsmaßnahmen 
vor der Verschlüsselung oder nach der Entschlüsselung" nötig. Hierbei ist 
offenbar an den Einsatz von Keyloggern gedacht, die mit Viren oder Würmern 
gezielt versandt, unbemerkt jede direkte Tastatureingabe aufzeichnen und 
an den Staatsapparat übermitteln, was Verschlüsselungsprogramme weitgehend 
unwirksam macht. Die Sicherheitsbehörden werden sicher nicht kapitulieren, 
entsprechende Ausgleichsmaßnahmen werden ergriffen", sagte Ziercke. 

Das Recht auf Anonymität im Internet werde nicht bestritten, wohl aber das 
"Recht auf Unidentifizierbarkeit" selbst bei schwersten Straftaten. 
Mindestspeicherfristen für Internetprovider sollten zur Rückverfolgung von 
Spuren und zum eindeutigen Zuordnen von IP-Adressen zum Nutzer auch auf 
Betreiber von Anonymisierungsdiensten ausgeweitet werden. Benutzer etwa 
des Anonymisierungsdienst AN.ON (JAP) an der Universität Dresden wären 
dabei weiterhin in der Lage, Internetdienste zu nutzen, ohne mit dem 
Kommunikationspartner (Server) direkt in Kontakt treten zu müssen. Es 
müsste sichergestellt sein, dass jeder Wechsel der IP-Adresse - bei 
Nutzung von Proxyservern protokolliert wird. (as)

-- 
"An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht
weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht
mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die
Unternehmung zu sterben beginnen." - Alfred Herrhausen

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